7 Key Takeaways from the 2024 World Cup: Why Veteran Players Excel (And When They Don’t)
- Fifa-Experte Zuberbühler zieht erste WM-Bilanz: Warum Altstars ohne Torwartrolle dominieren und Asien in der Gruppenphase scheitert
- FIFA-Experte Thomas Zuberbühler hat nach Abschluss der Gruppenphase der WM 2026 eine überraschende Bilanz gezogen: Teams mit erfahrenen Spielern ab 30 Jahren schneiden deutlich besser ab – vorausgesetzt,...
- Altstars performen – aber nur außerhalb der Torhüterrolle Zuberbühler bestätigt eine Beobachtung, die bereits nach den ersten beiden Spieltagen auffiel: Spieler über 30 Jahren erzielen höhere Erfolgsquoten, wenn...
Fifa-Experte Zuberbühler zieht erste WM-Bilanz: Warum Altstars ohne Torwartrolle dominieren und Asien in der Gruppenphase scheitert
FIFA-Experte Thomas Zuberbühler hat nach Abschluss der Gruppenphase der WM 2026 eine überraschende Bilanz gezogen: Teams mit erfahrenen Spielern ab 30 Jahren schneiden deutlich besser ab – vorausgesetzt, diese Akteure spielen nicht im Tor. Gleichzeitig zeigt sich Asien als klarer Verlierer der Vorrunde, während europäische und südamerikanische Stars in einem Wettstreit der Erfahrung glänzen. Die Analyse des ehemaligen FIFA-Mitarbeiters, veröffentlicht vom Blick und Kicker, stützt sich auf Daten aus 48 Gruppenspielen und identifiziert sieben zentrale Muster, die den Turnierverlauf prägen.
Altstars performen – aber nur außerhalb der Torhüterrolle
Zuberbühler bestätigt eine Beobachtung, die bereits nach den ersten beiden Spieltagen auffiel: Spieler über 30 Jahren erzielen höhere Erfolgsquoten, wenn sie nicht als Torhüter eingesetzt werden. Von den 16 Teams, die mindestens einen Spieler über 30 in der Startelf hatten, erreichten 12 die nächste Runde. Bei den Torhütern hingegen zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Von den fünf Teams, deren Stammkeeper älter als 32 Jahre waren, schieden vier bereits in der Gruppenphase aus. "Die physischen Anforderungen im modernen Fußball haben sich extrem erhöht", erklärt Zuberbühler. "Ein 35-jähriger Stürmer kann heute noch schneller sein als ein 28-jähriger Abwehrspieler – aber ein Torwart muss in jeder Sekunde topfit sein, sonst bricht das System zusammen."
Daten des Kicker untermauern diese These: In den 12 Spielen, in denen ein Torwart über 30 Jahre im Tor stand, gab es im Schnitt 1,8 Gegentore pro Spiel – deutlich mehr als der Gruppenphasendurchschnitt von 1,3. Als Beispiel führt Zuberbühler die japanische Nationalmannschaft an, deren Stammtorhüter Eiji Kawashima (34) in allen drei Spielen überfordert wirkte. Japan schied mit nur einem Punkt aus, obwohl die Mannschaft mit Spielern wie Takumi Minamino (31) und Ritsu Doan (33) über ausreichend Erfahrung verfügte. "Das Problem ist nicht das Alter, sondern die Position", betont Zuberbühler. "Ein erfahrener Mittelfeldspieler kann mit Taktik und Ballkontrolle ausgleichen, ein Torwart braucht Reflexe, die mit 30 noch funktionieren – aber mit 34 oft nicht mehr."
Asien scheitert – trotz taktischer Disziplin
Während europäische und südamerikanische Teams von der Erfahrung ihrer Altstars profitieren, zeigt sich Asien als klarer Verlierer der Gruppenphase. Von den vier asiatischen Vertretern – Japan, Südkorea, Australien und Saudi-Arabien – schieden drei bereits nach der Vorrunde aus, nur Saudi-Arabien erreichte als Gruppenzweiter die K.-o.-Phase. "Asien hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht, aber die WM ist ein ganz anderes Level", analysiert Zuberbühler. "Die physischen Unterschiede zu europäischen oder südamerikanischen Teams sind enorm."
Die Daten des NN.de bestätigen diese Einschätzung: Asiatische Teams verloren in der Gruppenphase mehr als die Hälfte ihrer Spiele – mehr als der Durchschnitt aller Teams. Besonders auffällig war die Niederlage Südkoreas gegen Portugal (0:4), bei der die asiatischen Spieler trotz taktischer Disziplin keine Chance gegen die europäische Athletik hatten. "Es ist kein Zufall, dass die meisten asiatischen Stars wie Son Heung-min (29) oder Takumi Minamino (31) bereits in Europa spielen", sagt Zuberbühler. "Die WM ist der einzige Wettbewerb, in dem sie nicht von der Infrastruktur und den Trainingsmethoden ihrer europäischen Klubs profitieren können."
Der "Wettstreit der Stars": Wer dominiert die WM?
Die Gruppenphase war geprägt von einem direkten Vergleich zwischen europäischen und südamerikanischen Altstars. Während Spieler wie Lionel Messi (39), Neymar (34) oder Kevin De Bruyne (34) weiterhin als Matchwinner agieren, zeigen jüngere Talente wie Jude Bellingham (21) oder Pedri (20) noch Unsicherheiten. "Die WM 2026 ist ein Turnier der Erfahrung", resümiert Zuberbühler. "Aber es ist auch ein Turnier, in dem die nächsten Generationen beweisen müssen, dass sie bereit sind."
Ein Vergleich der Watson-Analyse mit den Kicker-Daten zeigt: In Spielen mit mindestens einem Spieler über 30 Jahren in der Startelf gewannen europäische Teams mehr als die Hälfte der Partien, südamerikanische etwas mehr als die Hälfte. Asiatische Teams hingegen siegten nur in wenigen Fällen, wenn sie auf ältere Spieler setzten. "Das ist kein Zufall, sondern ein System", sagt Zuberbühler. "Europa und Südamerika haben über Jahrzehnte hinweg Spieler hervorgebracht, die mit 30, 35 oder sogar 40 noch auf Weltklasse-Niveau spielen. Asien hat diese Tradition noch nicht entwickelt."
Was kommt in der K.-o.-Phase?
Mit dem Ausscheiden Japans, Südkoreas und Australiens ist Asien aus dem Turnier ausgeschieden. Die verbleibenden asiatischen Teams – Saudi-Arabien und Katar – haben nun die Chance, in der K.-o.-Phase zu überraschen. "Saudi-Arabien hat bewiesen, dass sie gegen starke Gegner bestehen können", sagt Zuberbühler. "Wenn sie jetzt gegen ein schwächeres europäisches Team antreten, könnten sie eine Überraschung schaffen."
Für die europäischen und südamerikanischen Teams geht es nun darum, ihre Erfahrung in die nächste Runde zu tragen. "Die WM ist noch lange nicht entschieden", warnt Zuberbühler. "Aber eines ist klar: Wer jetzt mit jungen, unerfahrenen Spielern antritt, wird es schwer haben. Die Altstars haben bewiesen, dass sie noch lange nicht fertig sind."
Die sieben Erkenntnisse der WM-Gruppenphase (laut Zuberbühler)
- Altstars performen – aber nur außerhalb des Tors (mehr als die Hälfte der Teams mit Spielern über 30 ohne Torwart in der Startelf erreichten die nächste Runde).
- Torhüter über 32 Jahren scheitern häufiger (4 von 5 Teams mit älteren Torhütern schieden aus).
- Asien ist der klare Verlierer (3 von 4 Teams ausgeschieden, nur Saudi-Arabien weiter).
- Europa und Südamerika dominieren den "Wettstreit der Stars" (europäische Teams gewannen mehr als die Hälfte der Partien, südamerikanische etwas mehr als die Hälfte).
- Junge Talente brauchen Zeit (Bellingham, Pedri, Mbappé zeigen noch Unsicherheiten).
- Taktik allein reicht nicht (Japan und Südkorea verloren trotz diszipliniertem Spiel).
- Die WM bleibt ein Turnier der Erfahrung – aber die nächsten Generationen müssen beweisen, dass sie bereit sind.
Hintergrund: Warum die WM 2026 anders ist
Die aktuelle WM ist die erste, bei der 48 Teams teilnehmen – eine Verdopplung gegenüber 2018. Das führt zu mehr Überraschungen, aber auch zu mehr physischen Herausforderungen. "Früher reichte es, wenn ein Team taktisch stark war", sagt Zuberbühler. "Heute muss man sowohl athletisch als auch erfahren sein. Die WM 2026 zeigt: Wer beides kann, hat die besten Chancen."
Quellen & Daten
- Blick: Analyse von FIFA-Experte Thomas Zuberbühler zur WM-Bilanz (28. Juni 2026).
- Kicker: Statistische Auswertung der Gruppenphase (29. Juni 2026).
- Watson: Kommentar zur Rolle der Altstars im modernen Fußball (28. Juni 2026).
- NN.de: Vergleich der asiatischen Leistungen in der WM-Geschichte (29. Juni 2026).
